Chronik des Vereins

Geschichte des Vereins für Natur- und Vogelschutz Ebertsheim e.V.

1956

·        28.September: Gründung in der Gaststätte „Zur Krone“ ( Bei Gauchens )

Vorstandschaft:

 

1. Vorsitzender 

Jakob Völpel

2. Vorsitzender

Konrad Hock

Hauptkassierer

Fritz Röth

Schriftführerin

Fr. Reichert

Protokollführer

Walter Wittek

Ausschussmitglieder

Willi Kissel

 

Franz Eschenbacher

 

Heinz Niemes

 

Alois Solleder

 

Ernst Frank

 

Albert Hofbauer

 

Heinrich Diefenbach

Revisoren

Ignaz Hoffmann

 

Heinz Tesar

Jugendgruppenleiter

Franz Eschenbacher

 

Mitgliedsbeitrag:           Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 2.- DM pro Jahr festgelegt. Davon wurde 1.- DM an die Bezirksgruppe abgeführt.

·        97 Nisthöhlen werden im Grubengebiet ausgebracht

1957

·        1.Mai: erste vogelkundliche Exkursion durch das Seltenbachtal mit Hans Buchner. Eine erste Erfassung durch das Pflanzenschutzamt Neustadt ergibt 72 Vogelarten im Gebiet.

·        9.Juni: 2te Exkursion mit Hr. Dieckerhoff, Ramsen

·        Antrag das gesamte Grubengebiet unter Naturschutz zu stellen; scheitert an der Weigerung des zuständigen Grubenbesitzers.

1958

·        Im Winter werden für 440.-DM Vogelfutter verfüttert, bzw. an Vogelfreunde weiter verkauft.

·        Mitgliederstand 174 Personen, davon 41 aus umliegenden Orten (Mertesheim, 22)

·        Anzahl der angebrachten Nisthöhlen: 362

·        Erste Theateraufführung mit dem Musikverein Kindsbach (Vroni die Waldkatz)

·        Pfingsten: erster Vereinsausflug nach Zweibrücken

·        Die Vereinsführung veranlasst die Erstellung des Ebertsheimer Heimatfilms durch den Lehrer Feth aus Rodenbach.

·        18.Oktober Uraufführung des Heimatfilms

·        Über ein Dutzend weitere Aufführungen in der Turnhalle, der Volksschule und dem Kindergarten.

 1959

·        Gründung einer Jugendgruppe unter Hans Bednarz und Bernd Kissel

·        Exkursion mit Hr. Falkner Buchner

 1960

·        Über den Winter werden über 709,5kg Vogelfutter gekauft und verfüttert

·        Zum angestrebten Naturschutzgebiet in den Gruben schreibt der Schriftführer: Unsere Angelegenheit bezüglich Anerkennung des Grubengebietes als Naturschutzgebiet dürfte sich so langsam zerschlagen, da unser Antrag von 1957 durch die maßgebenden Personen und Ämter noch keinen Erfolg gezeigt hat.

·        3.Dezember: Theaterabend, Operette:“O,schöne,goldene Jugendzeit“. Der Besuch, so der Schriftführer, ließ zu Wünschen übrig und es dürfte die Ursache darin zu finden sein, dass viele Einwohner in unserem Ort im Besitz eines Fernsehapparates und an Theaterabende nicht mehr interessiert sind.

 1961

·        27.Januar: Erster Diavortrag von Franz Stalla mit dem Thema: “Die Vogelwelt am Rhein“. Franz Stalla entsprach dem Wunsch der Vorstandschaft, jedes Jahr eine Exkursion durch das Grubengebiet und das Seltenbachtal zu leiten.

·        21. September: Unterschutzstellung des Gemarkungsteils „In den Gruben“

·        Der in der Landschaftskarte beim Landratsamt Frankenthal als untere Naturschutzbehörde gekennzeichnete Landschaftsteil der Gemarkung Ebertsheim, wird dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.

Unter anderem heißt es in der Verordnung: “Parkplätze,  Materiallager, schutt- und Müllabladeplätze anzulegen, ist zur Gewährleistung des Landschaftsschutzes verboten“.

Gez. Landrat Hammer

Die Kreisbauschuttdeponie wurde später trotzdem erlaubt!

·        Bei der routinemäßig stattfindenden Nistkastenkontrolle  wird unter anderem folgendes festgestellt:

31 Nisthöhlen im Grubengebiet waren von der Schlaf- oder Haselmaus bevölkert. Dieselben halten in den mit Moos voll gestopften Nisthöhlen ihren Winterschlaf. Als wir im Dezember die letzte Kontrolle machten, haben wir eine große Anzahl dieser schon im Winterschlaf befindlichen Gesellen zusammengescharrt und unser Vogelfreund Fritz Röth hat dieselben in den Wald gefahren und dort am günstigsten Platz ausgesetzt. An dem Leitspruch von Herrn Senator Hähnle, dem Präsidenten des Bundes für Vogelschutz für das ganze Bundesgebiet: „Man muss Erfurcht haben vor der Natur, haben wir festgehalten, wir haben die Kerle nicht getötet, sondern der Natur zum Weiterleben im Walde übergeben“.

1962

·        1.Mai Exkursion durch das Grubengebiet und Seltenbachtal. Im Originaltext heiß

es hierzu: „Exkursion des Bundes für Vogelschutz Ortsgruppe Ebertsheim vom 01.Mai in das Ebertsheimer Vogelparadies“.

Kein anderes Geschöpf versteht so viel zu leben, wie der Vogel lebt. Ihm ist der längste Tag kaum lang, die kürzeste Nacht kaum kurz genug. Alle Vögel erwachen früh aus dem kurzen Schlaf der Nacht. Die meisten sind rege, noch bevor das erste Morgenrot den Himmel säumt. Der Vogel, dem Stimme und Klang geworden, begrüßt den kommenden Morgen mit seinem Gesange, tut das wenigstens während der Paarungszeit, in welcher die Liebe sein Wesen erregt. Erst nachdem er gesungen, beginnt er mit der Nahrungssuche.

Um allen Vogelfreunden Gelegenheit zu geben, sich an dem regem Treiben und Singen ihrer gefiederten Freunde am frühen Morgen zu erfreuen zu können, lud die Ortsgruppe auf den 1.Mai zu einer gemeinsamen Lehrwanderung durch das Ebertsheimer Vogelparadies ein.

Zur festgesetzten Zeit, um 7 Uhr, hatten sich daraufhin auch ca. 30 Mitglieder und Vogelliebhaber am vereinbarten Treffpunkt, der früheren Wirtschaft von Julius Wahl eingefunden. Auch der bekannte und schon seit längerer Zeit an unserer Ortsgruppe interessierte Vogelwissenschaftler Franz Stalla aus Ludwigshafen am Rhein, sowie der vom Kreis als Stellvertreter, für den von seinem Amt krankheitshalber zurückgetretenen Kreisvertrauensmann für Natur- und Vogelschutz Schneider, bestellte Herr Druckereibesitzer Sommer aus Grünstadt, waren der Einladung unseres Vorstandes Völpel liebenswürdigerweise unserer Einladung gefolgt. Unter dieser sachkundigen Führung wurde die Lehrwanderung durch die früheren Sandsteingruben und den Bendingerischen Steinbruch zu einem wahren Erlebnis für alle Teilnehmer.

Angeregt durch die naturgetreu nachgeahmten Lockrufe des Hr. Stalla, meldeten und zeigten sich in blühenden, frühlingsgrünen Natur der Grubengebiete die mannigfaltigsten Vertreter unser gefiederten Lieblinge, so Nachtigal, Goldammer, Meisen, Spechte, Mauersegler, Trauerfliegenschnepper, Rauchschwalben, Häher, Schwarzamseln und viele andere.

Hr. Sommer benutzte die Gelegenheit, die verschiedensten unter Naturschutz stehenden Wildpflanzen zu suchen und sie interessierten Teilnehmern zu zeigen und zu erklären. Auch über die Entstehung unseres Grubensteins wusste er vieles Interessantes zu berichten. Äsende Rehe und Hasen sorgten für zusätzliche das Auge erfreuende Abwechslung bei dieser wunderschönen Exkursion, die in der Wirtschaft unseres Mitgliedes August Seibert an der Seltenbach endete. Ein gemütliches Beisammensein gab hier allen Teilnehmern Gelegenheit, sich bei einem frischen Trunk und auch bei einem guten Frühstücksbrot reichlich zu erholen.

Der geglückte und durch prächtiges Frühlingswetter begünstigte Ausflug regte die Beteiligten dazu an, für den 8.Juli dieses Jahres eine ähnliche Exkursion, diesmal aber an den Altrhein, festzusetzen. Dem Wunsche vieler Mitglieder, auch mal die Vegetation und die Vogelwelt dieses Landstriches kennen zu lernen, wird damit Rechnung getragen. Herr Stalla hat sich bereit erklärt, hierbei die Führung zu übernehmen. Da für Fahrgelegenheiten vorgesorgt werden muss, bittet Herr Vorstand Völpel schon jetzt um Anmeldung für die Teilnahme.

Gez. Jakob Völpel

 1669

·        Neue Vorstandschaft, Emil Diefenbach wird Nachfolger von Jakob Völpel.

 1972

·        Erster Frühschoppen an der „Addeshütte“. Es wird ein Betrag von 274,65.-DM erwirtschaftet.

Franz Stalla hält von den Kindern der Volksschule von Hauptlehrer Preisner und dem Vereinsvorsitzenden Emil Diefenbach einen interessanten Vortrag über Vogelkunde. Die Höhepunkte bildeten die von Stalla gezeigten Dias über die einzelnen Vogelarten. Besonders die Kinder waren von dem Vortrag begeistert. Herr Preisner dankte dem Vogelkundler und gab seine Hoffnung Ausdruck, dass auch im nächsten Jahr ein solcher Vortrag gehalten werden sollte.

·        Flurbereinigungsverfahren: Der Verein protestiert bei der Flurbereinigungs- und Siedlungsbehörde Kulturamt Worms, bezüglich der nicht rücksichtsvollen Planierungsarbeiten in unserer Gemeinde. Viele nicht ersetzbare Hochstammobstbäume fallen diesem Bereinigungsverfahren zum Opfer. Dieser Protest bleibt ohne Erfolg. Selbst die bei den Fällungen beschädigten Nisthöhlen werden nicht ersetzt.

·        9.Dezember:

Erste gemeinsame Weihnachtsfeier im Saale Gutfrucht. Fast zwei Jahrzehnte gehört diese Veranstaltung zu einer festen Größe in unserem Dorf.

·        Emil Kern

Wie bei all unseren Festen, war unser Ausschussmitglied Emil Kern sen. ein nicht ersetzbarer Organisator. Durch seine unnachahmliche Art, trug er dazu bei, dass der Mitgliederbestand innerhalb weniger Jahre auf über 400 anstieg; dass unsere Frühschoppen an der „Addeshütte“ zu einem absoluten Renner im Veranstaltungskalender unseres Vereins wurden.

·        Für die Tombola, die bei unseren Weihnachtsfeiern mit dazu beitrug, dass die Ebertsheimer Mehrzweckhalle bis auf den letzten Platz gefüllt war, fing unser „Doktor“ schon im Januar an, für Sach- und Geldspenden in der nahen und weiteren Umgebung zu sammeln. Unser Verein war für Emil Kern ein Stück Lebensinhalt. „De Doktor“, ein unvergessenes Original, ein Mann, der großartiges für seinen Verein geleistet hat.

1973

·        Konrad Stiefenhöfer löst Emil Diefenbach als 1.Vorsitzenden ab. Er hat das Amt bis zum heutigen Tag inne.

1976

·        Der Verein gibt sich eine Satzung und beantragt beim Registergericht die Registrierung als eingetragener Verein. Damit kann er Geschäfte tätigen, z.B. Grundstücke erwerben.

·        In der Gemarkung pflanzt der Verein über 400 Bäume, Schwarzkiefern, Weymoth-Kiefern, Blautannen und japanische Lerchen, die von „Liebhabern“ größtenteils nach und nach zu Weihnachtsbäumen verarbeitet werden.

 1977

·        18.März 1977: Eintragung unseres Vereins in das Vereinsregister; AZ:VR 287 Grü.

·        Kampf gegen eine weitere Bauschuttdeponie in den Gruben:

Nach Berichten im Verbandsgemeindeblatt vom 06.01.1977 und in der Rheinpfalz vom 01.06.1977 wendet sich der Verein in einem Schreiben an den Gemeindevertreter.

Der damalige Bürgermeister Weber erklärt, dass es dem Gemeinderat “nur“ um Ablagerung von Erdaushub für Bürger von Ebertsheim und auf keinem Fall um eine Mülldeponie bzw. Bauschuttdeponie für Ebertsheim und Umgebung gegangen ist. Am 02.06.1977 kommt es zu einem Ortstermin mit der Kreisverwaltung Bad Dürkheim. Der damalige Landespflegebeiratsvorsitzende Herr Oskar Sommer erklärt, dass dieser Landschaftsteil einmalig in der Gemarkung sei und eine weitere Ablagerungsstelle entgegen gearbeitet werden soll. Die Vertreter der Landschaftspflege kommen zur gleichen Überzeugung, der Antrag der Gemeinde wird abgelehnt.

Reaktion: Um in Zukunft Schlimmeres zu verhindern, kauft der Verein am 10.Februar das Grundstück Pl.-Nr. 808 „in den Röthen“ zu 2,7587 ha. Der Kaufpreis betrug 25.000.-DM.

Der Kauf konnte nur getätigt werden, weil unsere Mitglieder Familie Robert Maurer und Heinz Niemes am 03.02.1977 mit je 5.000.-DM in Vorleistung traten. Das Geld wurde 1980 restlos zurückbezahlt.

1979

·        Erstes Rockkonzert in der Vereinsgeschichte in der alten Turnhalle. An der Kerwe Preisschafkopf mit 40 Teilnehmern

1980

·        22.02. weitere Grundstückskäufe.

Flst Nr. 791 Umland in den Gruben 0,219 ha

Flst Nr. 792 Ackerland 0,119 ha

Flst Nr. 798 Ackerland 0,1942 ha

Flst Nr. 1100 Steinbruch in der hinteren Röth 0,613 ha

Kaufpreis: 8.000.-DM

 ·        11.Sept: Verleihung der goldenen Nisthöhle durch die Ludwigshafener Volkshochschule. Übrigens das erste Mal, dass diese Verleihung stattfand.

Franz Stalla betont in seiner Rede, dass von Ebertsheim wichtige Impulse ausgingen zur Gründung weiterer Vogelschutzvereine. Man versuche von Ebertsheim aus, die umliegenden Gemeinden zu beeinflussen und ihnen einen anderen Umgang mit der Natur nahe zu legen.

·        23 Apfelbäume werden gesetzt, 7 Steinkauzröhren ausgebracht

1981

·        25 jähriges Jubiläum mit Ehrungen, der Kolpingskapelle Ramsen und der Blaskapelle Boßweiler.

1982

·        Beginn des Kampfes um ein eigenes Vereinsheim.

20.09.: Schreiben an die Gemeindeverwaltung:

Wie wir Sie, Herr Weber, persönlich in mehreren Gesprächen unterrichteten, tritt unser Verein für die Erhaltung des alten Gebäudes in der Hauptstrasse 17/19 ein. Wie mittlerweile zu erfahren war, hat das Denkmalschutzamt auch Interesse bekundet, so dass auch von Seiten der Behörde eine Abrissgenehmigung hierfür nicht ausgestellt werden dürfte. Jeder Verein trägt sich einmal mit dem Gedanken, eine Heimstätte für Gleichgesinnte zu besitzen. Unsere Vorstandschaft glaubt, dieses alte Gebäude in unserer Dorfmitte, würde sich hierfür gut eignen. Es wäre begrüßenswert, wenn sich eine Mehrheit zu diesem Zweck im Gemeinderat finden würde.

29.10. Kaufangebote an die Gemeinde – ohne sofortigen Erfolg!!

1983

·        26.März. Der Verein führt zum ersten Mal eine „Aktion Saubere Landschaft“ durch. Der NVE übernimmt die Containerkosten.

21.09. Meldung in der Rheinpfalz: „Bachufer unter Müll und Bauschutt begraben“.

Mit Bauschutt und Müll verstopft ist das Bett des Seltenbachs auf Ebertsheimer Gemarkung. Der Bachlauf ist an einigen Stellen zugeschüttet. Mehrere Lastwagenladungen wurden abgekippt. Eine böswillige Umweltschädigung, argwöhnte der Verein für Natur- und Vogelschutz Ebertsheim….

1984 / 1985

·        Pflanzaktion am Eis- und Rodenbach:

200 Stück Reifweide

200 Stück Korbweide

200 Stück Rot- und Schwarzerle

200 Stück Grau- und Weiserle

200 Stück Schneeball

200 Stück Kornelkirsche

            Kosten der Aktion: 4000.-DM

 1985

·        11.04.1985: Antrag an die Gemeinde zwecks Ausbaus des Holzweges zwischen Ebertsheim und Mertesheim als Natur- und Vogellehrpfad.

·        19.09.1985: Mietvertrag zwischen der politischen Gemeinde Ebertsheim und dem Verein. Mietsache Haus 17/19 in der Hauptstrasse. Vermietet werden 2 Räume im Erdgeschoss und ein Raum im Obergeschoss. Die monatliche Miete beträgt 10,00.-DM. Beginn 01.Oktober 1985 und läuft auf unbestimmte Zeit.

1986

 

Bericht: Gegen den geplanten Abbau von Quarzsand im Bereich des Naturdenkmales "Silbergrasflur“ setzte sich der Verein mit Eingaben und auf Treffen der Behörden und der Firma Friedrich zur Wehr. Ein tragbarer Kompromiss schien möglich. Ein Pflege- und Rekultivierungsplan sollte vorgelegt werden. Deshalb fielen wir „aus allen Wolken“ als über Nacht „Am Galgenberg“ in unmittelbarer Nachbarschaft des Naturdenkmals „Silbergrasflur“ ein Bauzaun errichtet wurde und die Motorsägen Schneisen in den Baumbestand schnitten, während zugleich Bagger die ersten Erdbewegungen vornahmen. Die Quarzsandwerke Friedrich aus Mainz setzten ihre Abbaugenehmigung in die Tat um, ohne einen Landespflegeplan vorzulegen. Das Bergamt hatte sich durchgesetzt.

 1988

Maiexkursion mit Franz Stalla -Rekordbesuch mit 72 Personen

8.Dezember: Änderung des Mietvertrages Haus 17/19 durch Ortsbürgermeister Fischer. Beginn 1.Januar1989, Ende 31.12.1998

 1989

15.08. Keine Frühschoppen mehr an der Addeshütte. –Vollzug der Baugesetze und der Verordnung über den Naturpark Pfälzer Wald.

Entfernung der baulichen Anlagen auf den Grundstücken Plan Nr. 754,755 und 756 in Ebertsheim. Die Überdachung an der Addeshütte musste entfernt werden.

Dazu schrieb der damalige evangelische Pfarrer von Ebertsheim unter anderem an die Kreisverwaltung:

„Die evangelische Kirchengemeinde Ebertsheim würde es sehr bedauern, wenn diese Anlagen nun beseitigt werden müssten. Ja, wir wären vielmehr an einem Ausbau bzw. an einer schöneren Gestaltung dieser Anlage interessiert. Denn einmal im Jahr findet von uns ein Gemeindefest statt, das mit einem Gottesdienst eingeleitet wird, welches wiederum die ökumenische Gemeinschaft unserer Dorfbewohner stärkt. Ich habe diese Anlage auch schon für Kinderveranstaltungen und eine große Sternwanderung, bei der die Kinder aus dem gesamten Dekanat Grünstadt nach Ebertsheim kommen, verwendet.

Wir möchten sie bitten, ihre Entscheidung zum Abriss zu überdenken. Die „Addeshütte“ wird von der gesamten Bevölkerung angenommen; sie dient einem guten Zweck.

                                                                                  Pfarrer Unkrich

Vergebens. – Die Überdachung an der Addeshütte muss abgerissen werden!

 1991

 

1992

 24.April: Einstellung der Arbeiten am Zugangsweg zum Grundstück. Vorwurf: Illegales Ablagern von Bauschutt und Erdaushub.

 Widerspruch gegen die Beseitigungsverfügung wird am 08.07. abgelehnt.

28. Juli: Vollzug des Landespflegegesetzes, der Landesbauordnung und über den „Naturpark Pfälzer Wald“; Wir fordern Sie auf, uns einen geeigneten Platz für die Lagerung der Hütten bis spätestens 03.08.1992 zu benennen. Sollte dies nicht geschehen, werden wir die Hütten abreißen lassen und auf einer zugelassenen Bauschuttdeponie entsorgen lassen.

 Berufung gegen dieses Urteil wird eingelegt.- Verwaltungsgericht in Neustadt/Weinstrasse lehnte unseren Antrag ab. Die Kosten mussten von uns übernommen werden.

 Überlegungen bestanden die beiden Hütten in den Bereich des Sportplatzes zu verlegen.

Rückantwort der Kreisverwaltung.

Die bauplanrechtlich nicht privilegierten Hütten, dürfen nur in unmittelbarem Anschluss an die bestehenden Gebäude auf dem Sportplatz errichtet werden, wenn ein genehmigter Bauplan vorliegt. Auch neben dem Platz bei der Feuerwehr wurden wir nicht geduldet.

 Bußgeldbescheid am 11.12.1992 an den 1.Vorsitzenden des Vereins für Natur- und Vogelschutz Ebertsheim, Konrad Stiefenhöfer in dieser Angelegenheit:

„Es wird ihnen zur Last gelegt, gegen baurechtliche landespflegerechtliche Vorschriften verstoßen zu haben. Sie sind Vertretungsberechtigte Organ dieses Vereins.

 Geldbuße in Höhe von:                   3000.-DM

Kosten des Verfahrens:                    150.-DM

Gebühren des Verfahrens:                   9.-DM

_____________________________________

            Zu zahlender Gesamtbetrag:       3159.-DM

 Nach der Gerichtsverhandlung: Freispruch !!

 Die Hütten werden abgebaut, der eingerichtete Weg wird ausgebaggert und in den Urzustand gebracht.

Entstandene Kosten für den Verein: 9200.-DM

1995

 1998

FI st Nr. 790 zu 0,8070 ha

FI st Nr. 800 zu 0,1792 ha

Hierzu finden sie einen gesonderten Bericht.

 1998 / 2000

 

2001

Grußwort von Hr. Pfarrer Hiller zur Einweihung von Haus 17/19.

„7000 Storchenpaare gab es zur Zeit der Grosseltern, 700 zur Zeit der Eltern, 70 in unseren Tagen und die nächste Generation steht vor Glassvitrinen“.

Der Mensch scheint eine rote Liste des Sterbens und des Verderbens angelegt zu haben- weltweit. Tag für Tag werden wir um eine Pflanzen- oder Tierart weniger sein. Manchmal müssen wir einen Augenblick innehalten, um noch richtig zu erschrecken.

Der Natur- und Vogelschutzverein hat nicht nur den Anspruch Tiere zu schützen, sondern hat mit einigen (aber nicht allzu vielen Aktiven) das „Vogelschutzhaus“ grundlegend saniert und restauriert. Wohnqualität entscheidet sich in einem Ort auch daran, was ich als erhaltenswert erachte, sowohl bei Tieren, wie bei Gebäuden. Sonst nehmen wir uns selbst in unserer Zeit zu wichtig.

Gott will, dass wir uns nicht nur nach oben hin öffnen, sondern will, dass wir uns auch nach unten hin auftun. Auch die Pflanze, das Tier haben ein Recht zu leben.

Der Mensch ist nicht die „Krone der Schöpfung“, wegen seiner Selbstüberschätzung, sondern weil er von Gott zum Friedensstifter gemacht ist für die Erde.

In diesem Sinne wird der Vogelschutzverein der eigentlichen Bestimmung des Menschen gerecht.

 März: Wiederaufnahme des Baumschnitts auf den Streuobstwiesen des Vereins, nach jahrelanger „Zwangspause“, bedingt durch die Arbeiten am Haus 17/19.

 20.10.: Erstes Bitzlerfest im neuen Heim.

 2002

 2003

Steinkäuze brauchen Nistmöglichkeiten, wie sie beispielsweise auf alten Streuobstwiesen oder in Kopfweiden entlang von Bachläufen vorkommen. Solchen Baumbestand gibt es aber nur noch selten in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft.

Allerdings bietet unser Ebertsheimer Grubengebiet mit seinen alten Streuobstwiesen und angrenzenden freien Feldern geradezu ideale Siedlungsmöglichkeiten für die kleine Eule, so Dr. Möbius.

 2004

 2005

·        März: Pflanzung von zwei Speierlingen, dem Baum des Jahres 1993, in der Pfalz nur noch an wenigen Standorten vorkommend

·        Erneute Führung von Grundschulklassen im Haus 17/19

·        Fortsetzung der Steinkauzaktion mit dem Ausbringen von weiteren Nisthöhlen ( Bestand: 32 )

·        11.06: Jahresausflug nach Idar-Oberstein

 2006

 2007

 

 

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